Die Geschichte der Manninga-Burg*  (Teil 1)

 

Pewsum war seit etwa 1400 Sitz der Häuptlingfamilie Manninga. Als letzter männlicher Nachkomme dieses Geschlechts residierte Hoyko Manninga. Der noch erhaltene Teil der Wasserburg wurde 1458 erbaut, das Torgebäude erst 100 Jahre später. Die im 16. Jahrhundert im Renaissancestil erbaute Oberburg mit hohem Turm wurde im 18. Jahrhundert abgetragen.

1565 verkaufte Hoyko Manninga die "Herrlichkeit Pewsum" mit Burg und Mühle für 80.000 Gulden an Graf Edzard II. und seine Gemahlin Katharina, eine Tochter des schwedischen Königs Gustav Erichson. Katharina von Schweden, eine strenge Lutheranerin, versuchte von Pewsum aus in den rein reformierten Gemeinden des lutherische Bekenntnis einzuführen. Ihre Bemühungen hatten nur in Pewsum, Loquard und Woquard erfolg, die bis heute als einzige Gemeinden in der Krummhörn lutherisch geblieben sind.

Die Manninga-Burg
Die Manninga-Burg

Katharina bewohnte zeitweise die Burg. Sie kümmerte sich um alles, was Haus und Hof betraf. Nach ihrem Tode (1610) diente das Gebäude ihren Töchtern, den Gräfinnen Sophia und Maria, als Wohnsitz. An diese Zeit erinnert auch die Verteilung des "Burgbrotes"  an die Armen der Gemeinde Pewsum und Woquard; ein Brauch, der bis zum Ersten Weltkrieg aufrechterhalten wurde.

Später war die Burg Witwensitz der gräflichen Familie, wurde zudem auch gern als Sommersitz genutzt. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten gaben sich auf der Burg ein Stelldichein: 1623 Graf Ernst von Mansfeld, der schwedische Generalfeldmarschall, Reichsfreiherr Dodo von Innhausen und Knyphausen und 1634 der damals erst 14 jährige spätere Große Kurfürst.

1623 eroberten die Mansfelder die Burg, 1637 besetzten die Hessen die Anlage. Im Appelkrieg 1727 nahmen die Emder Soldaten die Anlage, wurden aber von fürstlichen Soldaten wieder daraus vertrieben. Das Gebäude war Gerichts- und Verwaltungssitz des Amtes Pewsum und seit 1737 auch des Amtes Greetsiel. 1859 wurde der Amtssitz aufgehoben.

Die Burg, zu der außerdem eine Windmühle und ein ostfriesisches Bauernhaus gehören, ist heute Teil des "Ostfriesischen Freilichtmuseums".


Der Burg-Innenhof

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