Zeittafel der Manninga-Burg in Pewsum
| 1404 | findet die erste urkundliche Erwähnung eines Häuptlings von Pewsum statt: Dekeke to Pewsum oder Dikedo tho Peuwess. | |
| 1429 | erste urkundliche gesicherte Stammfolge mit Poppo Manninga d. Ä. Er heiratete in erster Ehe Vrouwe Itzenga und in zweiter Ehe Tetta, Tochter des Häuptlings Hayo Sydzena von Berum. | |
| 1434 | bis 1450. Sein Sohn Lütet, verheiratet mit Adda Cirksena un damit Schwager zu Ulrich Cirksena, dem ersten Grafen von Ostfriesland, hinterließ drei Söhne, die nacheinander Häuptling zu Pewsum wurden. | |
| 1450 | bis 1478 wird Poppo Manninga d. M. als Häuptling von Pewsum und Jennelt erwähnt. Poppo ließ 1458 die Burg zu Pewsum neu errichten. Von dieser Burg ist, wie erwähnt, offenbar ein wesentlicher Teil noch als "alte Burg erhalten. Er starb kinderlos. | |
| 1484 | tritt sein Bruder Edzard Manninga als Häuptling von Pewsum auf. Unter Edzard kam anscheinend das benachbarte Dorf Woquard in den Besitz der Pewsumder Häuptlinge. | |
| 1529 | unterzeichnete sein Sohn Fokko Manninga zusammen mit Folef von Inn- und Knyphausen als Gesandte "gemeiner Lantschup der Graffschaft zu Ost-Friesland" den für Ostfriesland so wichtiger Vertrag von Utrecht. Focko Manninga war es vermutlich, der die mittelalterliche Häuptlingsburg durch den Bau der Oberburg, des "Schlosses", zu einem der schönsten Edelsitze des Landes erweiterte. Wohl im Gegensatz zu diesem neuen Gebäude, erhielt die eigentliche Häuptlingsburg jetzt die Bezeichnung "Alte Burg", die sie noch heute trägt. | |
| 1540 | übernahm sein Sohn Hoyko Manninga nach dem Tod des Vaters die Burg in Pewsum. | |
| 1565 | wurde der Besitz Pewsum an
Graf Edzard II. veräußert. Durch den Vertrag von Loquard wurde der Häuptlingssitz zu einem Stützpunkt der landes herrlichen Gewalt und zu einem Wohnsitz der Grafen und späteren Fürsten Ostfrieslands. Wenn in dem Kaufvertrag auch Graf Edzard II. als Käufer auftritt, so war doch seine Gemahlin Katharina, eine schwedische Königstochter, die eigentliche Besitzerin der Burg und Herrlichkeit Pewsum. |
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| 1580 | Ausbau des Nordflügels der Oberburg. | |
| 1593 | wurde das Marstallgebäude mit dem Turm errichtet. | |
| 1610 | nach dem Tode der Fürsting Katharina von Schweden fielen die vier Ortschaften ihrer Herrlichkeit Pewsum, Woquard Loquard und Campen, zum Amte Pewsum vereinigt, an ihren Sohn Enno III. | |
| 1623 | während des Dreißigrigen Krieges besetzt Graf Ernst von Mansfeld längere Zeit die Burg. | |
| 1632 | diente die Burg Pewsum dem ostfriesischen Grafen- und Fürstenhaus als Sommersitz. | |
| 1656 | bestimmte Enno Ludwig, der vom Kaiser in den Fürstenstand erhoben wurde, seiner Gemahlin zum Witwensitz. | |
| 1662 | überschrieb Graf Georg Chirstian seiner Gemahlin Christine Charlotte von Württemberg-Teck Pewsum zum Witwensitz. | |
| 1669 | bis 1671 wurde von ihr ein neuer Gebäudeteil im Barockstil errichtet. Der niedrige Nordflügel der Oberburg wurde bis auf die Fundamente abgetragen und durch einen höheren Bau ersetzt. Aus dieser Zeit stammen die Sandsteinteile und die beidn Schlangenhäupter am Burginnetor. | |
| 1685 | bestimmte Christian Eberhard der Freisame Pewsum zum Witwensitz seiner Gemahlin Prinzessin Eberhardine Sophie von Öttingen. | |
| Um 1700 | machten sich an den Gebäuden der Burg, besonders an der Oberburg, erhebliche Verfallserscheinungen bemerkbar. Es fehlte dem in Schulden geratenen ostfriesischen Fürstenhaus an Mitteln zu Instandhaltung der zahlreichen Burgen und Schlösser. | |
| 1716 | wurde mit dem Abbruch der Oberburg begonnen. Der Ostflügel wurde für 900 Gulden an zwei Groothusener Einwohner verkauft, unter der Bedingung, daß der Giebel am sogenannten neuen "Gebäu" und die Nordmauer der "Süderseyte" unberührt bleibe. | |
| 1727 | geriet im Streit zwischen Fürsten und Ständen im sogenannten "Appelkrieg" die Burg für kürze Zeit in die Gewalt der Emder. Bei den Kämpfen wurde der Turm der Vorburg, der Burgstall und das Schattenhaus beschädigt, außerdem eine Kellermauer der "Alten Burg" von den Emder Soldaten eingebrochen. Auch die "Pforte unters Gewölbe und die Hoheney wurden von den Embder Soldaten verdorben". | |
| 1735 | waren nur noch die starken Kellergewölbe des Westflügels, die als Amtsgefängnis dienten, und das reich gestaltete Eingangstor übriggeblieben. Die noch erhaltene "Alte Burg" diente nun dem fürstlichen Drosten und Amtmann als Amtsgebäude und Wohnung. | |
| 1744 | starb der letzte Fürst Ostfrieslands, Carl Edzard, kinderlos, und mit dem Land kam auch die Burg Pewsum in den Besitz Friedrichs des Großen. Sie hat noch mehr als 100 Jahre als Gerichts- und Verwaltungssitz für die Ämter Pewsum und Greetsiel Bedeutung gehabt. | |
| 1859 | wurde das Amt Greetsiel aufgehoben und mit dem Amt vereinigt. Amtssitz blieb jedoch die Burg Pewsum. | |
| 1861 | kaufte, mit Zustimmung des hannoverschen Königs, Graf Anton Franz zu Inn- und Knyphausen, Besitzer der Herrlichkeit Jennelt, dessen Vorfahren einst Häuptlinge von Pewsum gewesen waren, die Burg. | |
| 1867 | verkaufte sie aber weiter and den Landwirt Dieken, von dem sie wiederum die Familie Edenhuizen erbte. | |
| 1920 | bis 1930 diente die Burg als Kinderheim. | |
| 1935 | wurde eine Gauführerschule darin untergebracht. | |
| 1940 | wurde ein Lazarett in der Burg eingerichtet. | |
| Nach 1945 | nahm sie Vertriebene aus den Ostgebieten auf. | |
| 1954 | kaufte der "Heimatverein Krummhörn e.V." mit Hilfe des Kreises Norden und der Ostfriesischen Landschaft die Burg, rettete sie vor dem Verfall und richtete darin ein Museum ein. | |
| 1980 | übernahm die Gemeinde Krummhörn das Gebäude. In Verbindung mit dem Institut für Denkmalspflege, dem Heimatverein und der Ostfriesischen Landschaft wurde die Burg nun restauriert und das Museum neugestaltet. | |
| 1986 | Wiedereröffnung des Burgmuseums in Pewsum. |